Ein Kleinkind rennt mich beinahe über den Haufen, dicht gefolgt von seiner mit Weihnachtsgeschenken beladenen Mutter. Ein Mann fragt an der Kasse nach Rabatt. Die Verkäuferin muss erst den Chef holen. Gut 15 weitere schwer bepackte Kunden stimmen zeitgleich einen Beschwerdegesang ein, in dem es hauptsächlich darum geht, dass man doch noch eine zweite Kasse öffnen könnte. Friedlicher Weihnachtsgesang wäre schöner, denke ich mir. Ein bisschen zu hören ist er ja noch, aus dem Lautsprecher – ganz leise. Das ist wie jedes Jahr die besinnliche Vorweihnachtszeit. In letzter Minute müssen noch Geschenke besorgt werden. Ich gebe zu, einkaufen in den Tagen vor Weihnachten ist meist alles andere als weihnachtlich.

Trotzdem stürze ich mich auch in diesem Jahr mitten in den Weihnachtsgeschenke-Marathon. Mehrmals habe ich mich in den letzten Wochen dabei ertappt, wie ich rasch zum Telefon greifen und die Geschenke auf diversen Plattformen bestellen wollte. KafDahoam ist aber nicht nur ein Name, es ist eine Grundsatzeinstellung. Ich hoffe, dass viele von euch dieser Einstellung folgen und auch in diesem Jahr Geschenke im lokalen Einzelhandel anstatt über gesichtslose Großplattformen kaufen. Ihr unterstützt damit nicht nur das regionale Handwerk, österreichische Firmen und Geschäfte, sondern auch die Kommunikation.

Klassiker: Mira Lobe-Vorlesebuch

Bei einem vertiefenden Gespräch mit der Buchverkäuferin habe ich gestern dieses Schmuckstück von Mira Lobe entdeckt, das mich sehr an meine Kindheit erinnert hat und am 24. unter unserem Christbaum liegen wird.

Amazon hat mir noch nie Geschichten über seine Enkelkinder erzählt. Amazon hat mir außerdem noch nie Weihnachtskekse zu meinem Einkauf angeboten. Ein „Frohe Weihnachten und viel Freude damit“ aus dem Mund einer älteren Dame, die ihren Beruf noch als Berufung sieht, ist zudem viel mehr wert als eine anonyme Bestellbestätigung.

Da lob ich mir, Mira Lobe!

 

 

Hier findet ihr noch die Ergebnisse meiner Studie zum regionalen Einkauf bei Online-Käufen:

Österreicher wollen online mehr regionale Produkte

Das Auge kann verzeihen – das Ohr nicht.logo-mu%cc%88rnseer_fb

Harfe, Zither und Hackbrett sind ebenso eng mit der Tiroler Kultur verbunden wie die Familie Mürnseer selbst. Seit 60 Jahren baut der Musikinstrumentenbauer aus Kitzbühel mittlerweile in zweiter Generation Instrumente der alpenländischen Volksmusik.

Der Instrumentenbauer und sein Team bei der Arbeit

„Was den Geigern eine Stradivari, ist den Harfisten eine Mürnseer“, beschreibt die Meisterstrasse Austria die Manufaktur für Zupfinstrumente. Die Bodenständigkeit und stoische Ruhe, mit der Peter Mürnseer jedes Instrument individuell fertigt, beeindrucken nicht nur die Qualitätsvereinigung, sondern auch die Kunden. Handwerk, das seinem Namen alle Ehre macht. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern und seinem Vater Benedikt, dem Gründer der Firma, stellt Peter sogar die Mechanik für die Instrumente selbst her. „Es ist einfacher sich auf die Qualität der Mitarbeiter zu verlassen als zugelieferte Teile zu kontrollieren“, erklärt Peter Mürnseer. Generell legt die Familie großen Wert auf Qualitätsprodukte aus der Heimat – fast alle zugelieferten Teile stammen aus Österreich.

Peter Mürnseer Instrumentenbau Harfe

„Dieser spannende Moment, wenn ein Instrument besaitet ist und zum ersten Mal klingt, dieser Moment macht meinen Beruf zur Berufung“, schwärmt der Meister des Instrumentenbaus. „Das Auge kann verzeihen – das Ohr verzeiht nicht.“ Deshalb wird jedes Instrument vor dem Verkauf bis zu 20-mal gestimmt. Das Holz für die Instrumente wird fünf bis sieben Jahre im eigenen Lager über der Werkstatt getrocknet. 12 Wochen dauert anschließend die Herstellung einer Harfe.

Sehen Sie auch: Servus-TV-Beitrag 2012

Im November 1956 eröffnete Benedikt Mürnseer seine Werkstätte für Musikinstrumentenbau im Herzen von Kitzbühel. Seiner Zeit voraus hat man den gelernten Schreiner und Geigenbauer in den 1950er Jahren belächelt, als dieser den Klang der Konzertharfe in den Alpenraum bringen wollte. Heute zeichnet genau diese Besonderheit die Mürnseer-Instrumente aus. Mürnseer ist der größte österreichische Hersteller von Saiteninstrumenten. Das Unternehmen exportiert Harfen, Hackbretter und Zithern sogar bis nach Japan und in die USA. Mürnseer ist Mitglied der Meistergilde Kitzbühel.

Lesen Sie auch: Kafdahoam im Gespräch mit dem Instrumentenbauer im Januar 2016

 

Österreichische Konsumenten wünschen sich auch online regionale Produktangebote und sind sogar bereit ein Viertel mehr für diese zu bezahlen. 

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„Traue niemals einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“, lautet ein Zitat, das Winston Churchill zugesprochen wird. Wir haben schon lange nichts mehr für euch geschrieben und der Grund dafür ist ebenjener. Ich habe meine Masterarbeit zum Thema Bedeutung von regional hergestellten Produkten bei Online-Käufen fertiggestellt und freue mich euch heute die wichtigsten Erkenntnisse daraus zu präsentieren.

Wer regional einkauft, tut dies auch online

Beim Lebensmitteleinkauf achten viele ÖsterreicherInnen auf die regionale Produktherkunft. Beim Kauf von Konsumgütern wie Kleidung, Möbeln oder Sportartikeln trennt sich die Spreu vom Weizen. Gerade online greift man dank einfacher Preisvergleichbarkeit schnell mal zum günstigsten Angebot, egal woher dieses stammt.

Hier findet ihr einen Online-Anbieter österreichischer Produkte mit breitem Sortiment >> fromaustria.com

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47 Prozent der Konsumenten achten bei Online-Käufen oft oder gelegentlich auf die regionale Produktherkunft.

Die Ergebnisse meiner Studie mit 162 Teilnehmern zeigen jedoch, dass die ÖsterreicherInnen auch bei Online-Käufen auf die Produktherkunft achten. Fast die Hälfte tut dies zumindest gelegentlich.

Preis zweitrangig, Angebote fehlen

Dabei ist der Preis für die Konsumenten nur zweitrangig. 75 Prozent der befragten Personen achten zuerst auf die Qualität und erst danach auf den Preis. Produkte aus unserem Heimatland bewerten die Konsumenten als qualitativ besonders hochwertig. Ein heimisches Produkt darf dabei ein Viertel teurer sein als ein ausländisches Pendant.

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Die mittlere Mehrzahlungsbereitschaft für österreichische Produkte liegt bei 24 Prozent, ist jedoch vom Basispreis und der Produktkategorie abhängig.

Sogar sehr preisbewusste Konsumenten würden bis zu 7 Prozent mehr für ein österreichisches Produkt bezahlen, während es bei den besonders Qualitätsbewussten im Schnitt sogar 38 Prozent sind.

 

Der typische Online-Konsument für regionale Produkte ist weiblich, mittleren Alters mit hohem Verdienst? Nein!!!

Besonders Familien mit Kindern achten auf die Herkunft der gekauften Produkte. Geschlecht, Alter, Einkommen und Ausbildung spielen bei der Produktentscheidung für regionale Produkte kaum eine Rolle. Bei den Familien mit Kindern geben 60 Prozent an immer, gelegentlich oder oft regionale Produkte zu kaufen, bei den kinderlosen Familien lediglich 43 Prozent. Dabei sind die Hauptargumente für den Kauf österreichischer Produkte online die hohe Qualität, gefolgt vom Wunsch die heimische Wirtschaft zu unterstützen und den niedrigeren Versandkosten.

Fazit: Wir wünschen uns online mehr regionale Produkte

Leider mangelt es häufig am Angebot österreichischer Produkte. 50 Prozent der befragten Personen kritisieren, dass in den Onlineshops ihrer Wahl kaum heimische Produkte angeboten werden, etwa ebenso viele bemängeln, dass diese nicht sofort erkennbar sind.

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Gemessen am tatsächlichen und gewünschten Anteil regionaler Produkte möchten alle Österreicher mehr heimische Produkte kaufen.

 

Generell ist erfreulich, dass sich alle Konsumenten unabhängig von der Familiensituation und anderen Kriterien mehr regionale Produkte online wünschen.

Hier findet ihr heimische Produktangebote online >> 

 

 

 

 

 

 

02. März 2016 · Kommentieren · Kategorien: Basis

Kürzlich habe ich in der Süddeutschen Zeitung den Artikel „Jeder von uns hält 60 Sklaven gelesen, der plakativ aufzeigt, wie wir alle die moderne Sklaverei durch unseren Konsum unterstützen. Das überragende Kriterium der Wirtschaft ist das Preis-Leistungsverhältnis und um einen fairen Preis zu machen, von dem auch die Menschen in Billigproduktionsländern profitieren könnten, müsste man lediglich zehn, zwanzig Cent pro T-Shirt aufschlagen. Doch so funktioniert Wirtschaft eben nicht. So funktionieren allerdings Staaten – zumindest jene Staaten, in denen wir leben möchten. Und deshalb fragen wir uns – Donald Trump for President? Ist das euer Ernst, USA?

040405-M-8172E-033 Port-Au Prince, Haiti (Apr. 5, 2004) - A 7-ton vehicle, part of a convoy carrying U.S. Marines assigned to 3/8 Kilo Company, makes its way through congested traffic and piles of debris in Port-Au Prince, the capital city of Haiti. U.S. Marine Corps photo by Cpl Eric Ely. (RELEASED)

Wie macht man am besten den Bock zum Gärtner? Genau- man wählt einen waschechten Unternehmer zum Präsidenten. Bitte das jetzt nicht falsch verstehen! Unternehmer sind tüchtige und ehrgeizige Menschen, die Ziele erreichen. Darüber hinaus finden sie kreative Lösungen, um aus schwierigen Situationen das Beste zu machen. Das Beste definiert sich für die meisten Unternehmen in einer Maximierung der Einnahmen bei Minimierung der Ausgaben. Eigentlich eine gute Sache… nur nicht für einen Staat.

Heute veröffentlichte Forbes-Liste der „reichsten Menschen 2016“ in der Presse >> Forbes-Liste 2016 

Ein Staat muss natürlich auch mit Ressourcen haushalten, aber auf ganz andere Art und mit völlig anderen Mitteln und Zielen. Ein Staat muss dafür sorgen, dass seine Bürger Rahmenbedingungen vorfinden, in denen Leben und Arbeiten gut möglich sind. Das bedeutet es einen Rechtstaat aufzubauen, ein Bildungs- und Gesundheitssystem zu unterhalten und Infrastruktur bereitzustellen. Dies sind alles Dinge, die zunächst keinen Profit bringen sondern Kosten verursachen. Ein Unternehmen kann dann auf dieser Basis aufsetzen und durch seine Mitarbeiter Mehrwert generieren, die wiederum durch deren Steuern Infrastruktur schaffen. Diesen Kreislauf kann man jedoch aushebeln, indem man die Investition in die Basis und in die Infrastruktur zu Gunsten der Mehrwertgenerierung der Unternehmen verschiebt – etwa durch Produktion in Billiglohnländern oder die Wahl eines Unternehmers zum Präsidenten, wie dies in den USA durch Donald Trump geschehen könnte.

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Das Ergebnis eines Unternehmers als Präsidenten ist, dass in der Infrastruktur gespart wird, während internationale Unternehmen Rekordgewinne schreiben, dass Gesundheitssystem und Bildung ausgehungert werden, während sich Vermögen in den Händen einiger weniger Privatpersonen verdichtet, und der Rechtsstaat aufhört zu funktionieren, weil die Gesetze nicht mehr von Staatsmännern gemacht werden sondern im Hintergrund von der Wirtschaft diktiert sind.

 

Was denkt ihr darüber? Mit eurem regionalen Produktkauf unterstützt ihr faire Arbeitsbedingungen in Österreich und das wirtschaftliche Gleichgewicht weltweit.

Wir freuen uns über jeden Fan auf Facebook KafDahoam auf Facebook

 

 

 

Wusstet ihr, dass Matador Spielzeug seit über 100 Jahren zu 100 Prozent aus Österreich stammt?
Wusstet ihr, dass Matador 10 Jahre lang vom Markt verschwunden war?
Wusstet ihr, dass Matador-Produkte aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht in China produziert werden könnten?

Matador-Holzbaukasten

Matador-Holzbaukasten

Wir haben mit dem österreichischen Traditionsunternehmen Matador gesprochen und gefragt, wie man in Zeiten des Preisdrucks aus Billigproduktionsstätten seinem Anspruch „Made in Austria“ gerecht werden kann.

„Wir spüren, dass „Made in EU“ oder „Made in Austria“ dem Konsumenten immer wichtiger wird“, freut sich Frau Tobias von Matador über deutliche Entwicklungen im Konsumentenverhalten. „Matador stammt aus nachhaltiger Waldwirtschaft – schafft österreichische Arbeitsplätze – wir verwenden keine giftigen oder gesundheitsschädlichen Stoffe – unser Werk ist der Öffentlichkeit zugänglich, es werden Führungen angeboten – Generationenüberdauernde Produkte – gleichbleibende Qualität durch Eigenfertigung – das ist unser Verständnis von Nachhaltigkeit.

Wie reagiert Matador auf die Entwicklungen des Marktes? Spüren Sie Druck aus dem Ausland?

Matador war früher „Das Spielzeug“, es gab kaum Mitbewerber und auch die Interessen der Kinder und Eltern waren andere. Durch die Globalisierung und Computerisierung musste sich natürlich auch Matador verändern und mit der Zeit gehen. Diesen Schritt haben wir gut gemeistert, das zeigen auch unsere steigenden Umsätze. Auch das global wachsende Umweltbewusstsein, der vermehrte Sinn für praktisches Lernen, der Trend zur Nachhaltigkeit und zum bewussten Kaufen hält weiter an und wird sich noch weiter intensivieren. Matador ist in Österreich nicht wegzudenken.

matador nikiAußerdem haben wir vor zwei Jahren unsere neue Serie Babyarchitect für Kinder ab 18 Monaten auf den Markt gebracht. Diese Bauteile mit dem einzigartigen Pin/Loch System erlauben mit den losen Verbindungen bereits den Kleinsten ein Bauen in 3D. Auch diese Serie soll weiter ausgebaut werden. Wir stehen ideologisch und wirtschaftlich kompromisslos zur Natürlichkeit unseres Produktes.

links: Jeder hat seine eigenen Kindheits-Erinnerungen an Matador-Kunstwerke. Niki und ich spielen täglich mit Matador Babyarchitect

Wie reagieren Sie auf den Mitbewerb aus Billigproduktionsstätten?  

Unsere Bauteile müssen auf den Hundertstelmillimeter genau gefertigt werden, dafür haben wir speziell angefertigte Maschinen. Außerdem ist Holz ein lebender Werkstoff, welcher auf Temparatur und Luftfeuchte reagiert. Diverse Konstruktionskästen am Markt bieten bei Weitem nicht die Vorteile und Baumöglichkeiten wie Matador. Matador kann praktisch von niemand anderen produziert werden. So könnte Matador (oder ein Konkurrenz-Produkt) beispielsweise niemals in China produziert werden, da die klimatischen Bedingungen dies unmöglich machen.

Worauf sollten Konsumenten beim Kauf von Spielzeug achten?

PEFC führt jährlich sehr genaue Prüfungen durch, darauf sollte der Konsument auf jeden Fall achten. Manche Labels und Prüfzeichen sind jedoch fragwürdig. Ich empfehle dem Konsumenten sich über das Unternehmen zu informieren und nicht blind auf Labels und Prüfzeichen zu vertrauen. Wie in allen Bereichen gilt auch hier die eigene Selbstverantwortung wahr zu nehmen.

Wir unterstützen den regionalen Produktkauf – auf Facebook unter www.facebook.com/kafdahaom

Denken Sie, dass Konsumenten heute stärker oder schwächer nachvollziehen können, woher Produkte stammen?

Grundsätzlich bin ich natürlich für Gütesiegel, viele davon sind gut und sie dienen als Orientierungshilfe. Die diversen Bio- und Öko- Gütesiegel werden immer besser und es ist kaum möglich für „schwarze Schafe“ sich „durchzuschummeln“. Im Allgemeinen kann man darauf vertrauen, dass das Versprochene auch gehalten wird. Skeptisch bin ich bei den diversen „best of Spielzeug“ Siegeln. Die „made in …“ Angaben sind oft sehr irreführend und die Regelung ab wann ein Produkt beispielsweise mit „made in Austria“ gekennzeichnet sein darf, sind mehr als lasch. Natürlich kann man sich bei den Unternehmen direkt informieren, in der Realität bedeutet das jedoch für den Einzelnen einen riesigen Aufwand!

Hier erfahrt ihr mehr über die Geschichte von Matador
Als er seinen drei Buben zu Weihnachten im Jahre 1899 einen Holzbaukasten schenkte, dachte der Eisenbahn-Ingenieur Johann Korbuly nicht daran, dass er damit einmal weltbekannt werden könnte. Erst 1901 lies er sich seine Holzbaukästen aus Österreich patentieren und zwei Jahre später wurde in einer kleinen Werkstatt im 4. Wiener Bezirk die erste Matador-Serie hergestellt. Matador beschäftigt heute im Vertrieb 5 feste Mitarbeiter, und weitere freie Mitarbeiter im Verkauf. In der Produktion sind weitere 6-10 Mitarbeiter (je nach Jahreszeit und Produktionsstand) angestellt.

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Weitere Informationen zur Geschichte des österreichischen Urgesteins Matador findet ihr hier >> Geschichte Matador

Noch ein interessanter Fakt: Zum Ende des 2. Weltkriegs brannte die Matador-Fabrik ab, wurde aber bald wieder aufgebaut. Schließlich wurde 1978 Matador an Kurt Falk verkauft. Er erstellte ein neues Konzept für Matador, so setzte er vermehrt Kunststoffteile anstatt Holzteile ein, produzierte Objektkästen anstatt Aufbaukästen und führte eine große Anzahl an objektgebundener Sonderteile ein. All diese Maßnahmen taten jedoch dem Charakter von Matador nicht gut. So wurde die Produktion 1987 stillgelegt. Erst im November 1996 entschloss sich Falk, die Marke und später auch die Maschinen an Ing. Mag. Michael Tobias zu verkaufen. Ganz neu in dieser Branche versuchte die Familie Tobias nun das ursprüngliche, lang bewährte (Ergänzungs)- Baukastensystem wieder zu entwickeln, mit Erfolg. Matador entwickelt sich seither positiv.

links: Matador-Werbeblatt der 20er Jahre: Interessantes und Amüsantes zu Matador findet ihr hier >> Matador-Website

 

Kennt ihr Matador aus eurer Kindheit oder Jugend? Wir freuen uns über eure Erfahrungen mit Matador-Spielzeug. 

 

Im Dezember 2015 sind wir auf derStandard.at auf einen Artikel über Geschenke „Made in Austria“ gestoßen und haben uns vorgenommen die österreichischen Firmen ein bisschen näher kennen zulernen.

Heute stellen wir euch die Firma „Guut“ vor und einen ganz besonderen Geschäftsführer, der über Umwege von der Musik zum Handwerk gekommen ist. „Umwege erhöhen die Ortskenntnis“, meint Anselm Schwade zu seinem Werdegang. Aber genau genommen sind es am Ende niemals Umwege, sondern vielfältige Erfahrungen, die sich zu einem dichten Netz verknüpfen, auf dem es sich ganz gut balancieren lässt.
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Anselm Schwade führt seit 2013 den österreichischen Vorzeigebetrieb Guut, d.h. eigentlich ist es eine Manufaktur, wie er selbst sagt. Die Bettrahmen lässt er bei seinem Tischler des Vertrauens – der Möbelwerkstatt Alois Füchsl – im Mühlviertel anfertigen. Jede Matratze, die das Haus verlässt, entsteht als Einzelanfertigung in der Werkstatt am Wallensteinplatz in Wien.

Herr Schwade, in wiefern sind Ihre Produkte „Made in Austria“?

Wir sind ein wirklich kleiner Betrieb: Neben mir als Geschäftsführer, Entwickler, Produktionsleiter und Mädchen für alles, gibt es noch 2 Mitarbeiter: Biljana, die Seele unserer Werkstatt, ohne die gar nichts geht: Sie produziert an insgesamt 7 verschiedenen Spezial-Nähmaschinen alle Dinge, die mit dem Thema Stoff zu tun haben: Bezüge für Matratzen, Kissen, Betthäupter, daneben Lamellenrostsysteme, Himmel für Himmelbetten und schließlich Bettwäsche, Polsterarbeiten und was man sonst aus Stoff machen kann. Unterstützt werden wir von meiner Tochter Leonie, die wie ich Musik studiert hat, die ausgestattet mit der Liebe zu schönen Dingen auch im Verkauf und der Büroorganisation eine erfüllende Teilzeitarbeit sieht.

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Wenn es um die Rohstoffe geht, ist  klar, dass es keinen Latex aus österreichischer Produktion gibt, aber überall wo es möglich ist, entscheiden wir uns für die nahen Wege und die kleineren regionalen Betriebe. Unser Tischler ist im Mühlviertel beheimatet. Einerseits ist es für uns wichtig, dass es ein Betrieb  mit dem entsprechenden Know-how ist, andererseits aber auch einer mit menschlichen Dimensionen: ein mittelständischer Betrieb mit 8 Angestellten. Thomas, einer der Gesellen arbeitet inzwischen fast 50% seiner Jahresarbeitszeit an unseren Betten.
Auch der Stoff für unsere Matratzenbezüge kommt aus dem Mühlviertel, 20 km entfernt vom Tischler, das Rosshaar für unsere Unterbetten stammt aus Vorarlberg. Aber ganz allgemein liegt die große Herausforderung darin, die Spezialbetriebe zu finden, die die besonderen Dinge herstellen, die wir brauchen: Webereien, die Bettwäsche-Stoffe von über 3 Meter Breite produzieren, gibt es beispielsweise in Österreich gar nicht mehr.

Welche Ziele haben Sie für 2016? 
Weniger als Prinzessinnen-Erbsenträume zum Preis von einem Mittelklasseauto brauchen wir heute mehr denn je Betten in einem menschlichen Format, die ohne übertriebene Heilsversprechen alles haben, was man für eine entspannte Nacht braucht. Auch wenn wir im Hintergrund 14 Jahre Erfahrung in der Matratzenfertigung und 10 Jahre bei den Betten und Möbeln haben, so stehen wir in unserer Firmenentwicklung trotzdem noch ziemlich am Anfang. Seit dem 2. Halbjahr 2015 scheinen wir langsam aber sicher gelandet zu sein – in den Köpfen der Menschen: So haben wir von 2014 auf 2015 eine Steigerung um 50% geschafft. Meine Wachstumsziele sind bescheiden: Eine stetige, aber stabile Entwicklung entspricht mir dabei am ehesten. Der Hype um manche Themen ist mir tendenziell eher suspekt. Auf diese Weise habe ich schon einige genau so schnell verschwinden sehen wie sie aufgetaucht sind. Unser Zwischenziel für 2016: Vielleicht ein Standort mehr in der Mitte des Fischteiches mit etwas mehr Sichtbarkeit.

In einem Interview mit Medianet sagen Sie selbst, dass Sie in Ihrem Leben viel ausprobiert haben. Wie genau sind Sie zu Ihrem derzeitigen Weg gekommen? 
Auch wenn sie scheinbar wenig miteinander zu tun haben, so sind es im Wesentlichen doch immer wieder drei Themenkreise, um die sich bei mir alles dreht: Menschen, Kunst und Handwerk.

Die dazugehörigen Stationen heißen: ein abgebrochenes Studium für  Restaurierung, ein abgeschlossenes Musikstudium, Unterrichtstätigkeit an Musikschulen, eine Tischlerausbildung, Selbständigkeit als Restaurator, eine Ausbildung zum Trainer und Coach, langjährige Trainingstätigkeit und Lehrlingsausbildung.

Was verbinden Sie selbst mit folgenden Begriffen?
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Achten Sie selbst auf regionalen Produktkauf? Wie nachhaltig gestalten Sie Ihr Leben? 
Mein Wocheneinkauf geschieht, wenn irgendwie möglich am Samstag auf dem Markt. Beim Thema Fortbewegung paart sich mein Bewegungsbedürfnis mit meiner mir angemessenen Geschwindigkeit: So lege ich meinen Weg zur Arbeit ich mit dem Fahrrad zurück, Betten liefern wir zwar noch mit dem Auto aus und vollkommen vermeiden kann ich die motorisierte Fortbewegung wohl kaum, aber in den vergangenen Jahren bin ich – wenn ich nicht in Wien gewohnt habe, fast ausschließlich mit der Bahn nach Wien gependelt – diese Zeit war für mich immer eine Quality-Time, die ich sehr genossen habe.
Den Traum vom nachhaltigen (Strohballen-)Haus hat am Ende meine Ex-Frau realisiert, nach Jahren und Jahrzehnten auf dem Land wohne ich heute recht entspannt in einer Niedrig-Energie-Standard-Wohnung in der Stadt. Dass ich bei Kleidung und Einrichtung mehr Wert auf wenige ordentliche Stücke lege, die mich dann möglichst lange begleiten, versteht sich von selbst, denn schließlich sind auch unsere Betten so gemacht, dass wir sie unseren Enkelkindern noch vererben können.

Unser Esstisch ist kein Gebrauchsgegenstand. Es ist der Ort, wo die Familie zusammenkommt und gemeinsam zu Abend isst. Wo an Feiertagen die Verwandschaft stundenlang über das politische Geschehen diskutiert, wo man lacht, grübelt und auch mal lauter wird. Wo man mit guten Freunden Karten spielt. Wo Kinder Höhlen bauen, herumklettern und ab und zu ein Nickerchen machen. Ein Esstisch ist genauso einzigartig wie eine Familie. Deshalb haben wir unseren Esstisch auch als Unikat von heimischen Handwerkern anfertigen lassen. Unser Esstisch ist ein Gemeinschaftswerk der Tischlerei Dünser und Bergschmiede aus Kitzbühel. Er entspricht genau unseren Vorstellungen und wir haben damit sogar noch Geld gespart.

tisch-duenser_beaUnser Esstisch mit Charakter von der Tischlerei Dünser in Kitzbühel und Bergschmiede gefertigt.

Im Bild links: Herr Dünser ist Tischler aus Berufung und glaubt an ein Umdenken in Bezug auf die Wertigkeit handwerklicher Berufe: „Es ist schade, dass immer mehr hochqualifizierte Handwerker andere Berufe ausüben. Lange Zeit wurden handwerkliche Berufe nicht richtig geschätzt. Heute findet man kaum noch gute Handwerker und somit werden Handwerkerstunden immer teurer. Aber es wird ein Umdenken geben und zwar, indem die Bevölkerung sensibilisiert wird und wieder vermehrt auf hochwertige Produkte achtet.“

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Und mit der Nachfrage werden auch Handwerkerstunden günstiger. Wobei unser Esstisch sich diesem Marktgesetz tatsächlich widersetzt. In unserem Fall war der handgefertigte Tisch nämlich weit günstiger als ein ähnliches Massenprodukt aus dem Möbelhaus, das uns gefallen hätte. Für weniger als den halben Preis entspricht der Tisch jetzt zu 100% unseren Erwartungen. Als wir ihn fertigen lassen haben, meinten viele Freunde, warum wir nicht einfach einen Standardtisch kaufen, das sei doch sonst viel zu teuer. Auch jetzt, nachdem wir unser Projekt kafdahoam.at seit ein paar Wochen immer wieder mit Bekannten und Familie besprechen, höre ich ständig kritische Argumente zum Preisniveau von heimischen Produkten: “Man muss sich das halt auch leisten können, die regionalen Produkte sind ja schon oft teurer.”

Kafdahoam-Umfrage zum regionalen Produktkauf

Wir konsumieren seit gut vier Wochen fast ausschließlich in Österreich hergestellte Produkte. Unsere Ausgaben für Lebensmittel lagen zuvor bei rund 120 Euro wöchentlich. Nach vier Wochen regionaler Produkteinkauf liegen diese keinen Cent höher. Lediglich unsere Ernährungsgewohnheiten haben wir etwas umgestellt. So kommen im Moment mehr Karotten, Kürbis und Kohlarten auf unseren Tisch, weil es sich dabei eben um österreichisches Wintergemüse handelt. Wir genießen diese allerdings umso mehr, in dem Wissen, dass wir damit die österreichische Wirtschaft fördern und Produkte aus der Region essen.

Hier findet ihr einen Saisonkalender für Obst und Gemüse

Was Wintergemüse und unser Esstisch gemeinsam haben? Vielleicht macht es durchaus Sinn manchmal seine Gewohnheiten zu überdenken und beim Handwerker um die Ecke ein Zusatzangebot einzuholen, bevor man im Möbelhaus ein Standardprodukt kauft.

In der Werkstatt seines Vaters erlernte Peter Mürnseer das Handwerk des Instrumentenbauers von der Pieke auf bis zur Meisterprüfung. Er gehört als Zither- und Harfenbauer zu den Besten seines Standes. Peter Mürnseer ist Gründungsmitglied der Meistergilde Kitzbühel, die es sich 2009 zum Ziel gesetzt hat, als Netzwerk heimische Betriebe zu stärken. Wir haben mit ihm über die Entwicklung regionaler Betriebe in der Region Kitzbühel gesprochen und ihm die Idee zu KafDahoam vorgestellt.

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Warum ist die Firma Mürnseer ein typischer Tiroler Betrieb? Was zeichnet Peter Mürnseer Instrumentenbau aus?

Wir fertigen mit Harfe, Hackbrett und Zither urtypisch österreichische Instrumente und das schon seit 60 Jahren. Mürnseer ist der einzige Zitherbauer in Österreich. Massenproduktion ist in diesem Bereich unmöglich, es gibt nur eine Handvoll Experten auf diesem Gebiet in ganz Österreich. All unsere Instrumente werden nicht nur in Österreich hergestellt, wir verwenden auch, wo immer es geht österreichische Werkstoffe – unser Holz z.B. ist komplett aus Österreich. Alle Stoffe, die wir nicht aus Österreich zukaufen können, bekommen wir aus Deutschland.

Spürt ihr Druck aus dem Ausland? Kennen Sie andere Unternehmen, die dem Druck nachgeben mussten? 

Ja, einige Hersteller von Blechblasinstrumenten und Bösendorfer Klaviere wurden leider an ausländische Konzerne verkauft. Bösendorfer wurde als österreichischesTraditionsunternehmen von Yamaha aufgekauft. Dabei gab es die Firma schon seit dem 19. Jahrhundert. Es ist traurig, wenn wir solche Betriebe verlieren.

Habt ihr deshalb die Meistergilde gegründet? 

Wir haben uns eine Qualitätszerftifizierung auferlegt, das Qualitätsgütesiegel Tirol. Ich sehe einen Vorteil darin, dass wir uns austauschen und gemeinsam werben und voneinander lernen. Wir wollten, dass nicht der Baumeister von weiter her kommt sondern wirklich Kitzbüheler Betriebe gefördert werden. Wir wollten eine Meisterstraße Tirol schaffen und unser Konzept auf ganz Tirol ausweiten, um das Handwerk zu fördern. Im Prinzip verfolgen wir als Meistergilde damit das gleiche Ziel wie KafDahoam. Leider konnten wir unser tirolweites Netzwerk bis jetzt nicht umsetzen. Aber wir sind 18 Unternehmen, die durch das Netzwerk profitieren.

Achten Sie auch privat auf den Kauf von regionalen Produkte? 

Ich achte auf Regionalität und hatte schon Probleme damit, dass wir unsere Küche im Zillertal gekauft haben. Lebensmittel kaufen wir vom Bauern, unser Fahrrad bei Steinbach in Oberndorf, den Computer beim Computerhaus in St.Johann in Tirol. Da bleibt die Wertschöpfung im Bezirk. Für mich ist der Service sehr wichtig und einen Ansprechpartner zu haben und ich kaufe auch bei heimischen Betrieben, um Arbeitsplätze zu erhalten. Als Unternehmer brauche ich auch selbst ausreichend Arbeit für meine Mitarbeiter. Nicht nur für die nächsten drei, sondern für die nächsten 30 Jahre. Das hindert mich auch daran für manches mehr zu verlangen, weil wir eine gewissen Stückzahl produzieren und verkaufen müssen. Da hängen Familien dran.

Warum sollten Konsumenten von heimischen Unternehmen kaufen? Kafdahoam, weil…

Kafdahoam, weil dahoam für alle von uns dahoam bleiben sollte und solange wir Arbeit haben und uns unseren Lebensunterhalt verdienen können, wird es uns halbwegs gut gehen. Ich möchte die menschlichen Beziehungen nicht außer Acht lassen, aber ohne Wirtschaft, können wir leider nicht leben.

Man darf nicht müde werden, darauf aufmerksam zu machen – aber man muss auch dahinter stehen!

„Wo hört ‚regional‘ für dich auf?“ fragte mich Michael gestern Abend. „Ich finde wir sollten bei uns zuhause anfangen und dann in einem weiteren Schritt Produkte aus umliegenden Orten, dem Bundesland, aus Österreich und alles was wir hier nicht bekommen, aus den Nachbarländern importieren. Je näher, desto besser. Die Regionalitätsspirale. Das Ziel ist es so weit wie möglich in das Innere der Spirale zu gelangen.“

Michael sieht das anders. „Für mich bedeutet regional einkaufen, Produkte aus Wirtschaftsräumen zu kaufen, für die dieselben Regeln gelten wie für unsere. Ich kaufe also bevorzugt Produkte aus Österreich, dann der EU.“ Die Grenzen der Regionalität lassen sich nicht so einfach ziehen. Für mich steht immer die Frage im Vordergrund, was möchte ich mit meinem Handeln bewirken. Möchte ich die Wirtschaft stärken? Arbeitsplätze schaffen? Möchte ich generell faire Arbeitsbedingungen möglich machen? Möchte ich qualitativ hochwertige Produkte, die nicht gesundheitsschädlich sind? Oder geht es dabei um biologische Erzeugung und die Auswirkungen auf die Umwelt? Wie sieht es mit der CO2 Bilanz meiner gekauften Produkte aus?

foto-brot-und-brotbackenWo fängt für euch ‚regional‘ an? Was ist für euch ein heimisches Produkt? Diskussionen dazu auf Facebook. 

In fast allen Supermärkten gibt es derzeit Kampagnen, die herkunftsbewusste Konsumenten ansprechen.  Wir haben die Frage nach der Definition des Begriffes ‚Regionalität‘ an die REWE International AG weitergeleitet, da diese in ihren Supermärkten mit besonderer Nachhaltigkeit und Kennzeichnung regionaler Produkte wirbt. Vor wenigen Tagen hatten Michael und ich entdeckt, dass alle österreichischen Produkte bei der Supermarktkette Billa mit A und A+A gekennzeichnet sind, je nachdem wie hoch der österreichische Anteil an der Wertschöpfung bei der Erzeugung des jeweiligen Produktes ist und wollten wissen, wie Billa dies denn messe und wie die Angaben zustande kommen. Hier die Antwort der REWE International AG:

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„Die Österreich Kennzeichnung wurde 2010 eingeführt. Hintergrund war jener, dass es (nach wie vor) keine allgemein anerkannte Definition von Regionalität gibt. Um dieses Segment besser entwickeln zu können, wurde die Definition entwickelt, die ganz klaren Kriterien folgt. Damit hatten wir eine objektive Basis für die weitere Entwicklung von öst./regionalen Produkten geschaffen. Das relevantere Kriterium dabei ist sicher die A+A Kennzeichnung. Damit schaffen wir Transparenz für österreichische Produkte. Die Grundlagen bilden der österreichische Lebensmittelkodex sowie der Lebensmittelkodex der REWE International AG. Die ausgezeichneten Produkte werden zu 100 Prozent im Inland be- und verarbeitet und beinhalten ausschließlich heimische Inhaltsstoffe (mit zwei Prozent Toleranzgrenze – zum Beispiel für Gewürze oder notwendige externe Zusatzstoffe).

Die Auskunft zu A+A und A bekommen wir vom Lieferanten. Die Angaben werden stichprobenartig auf Plausibilität überprüft und bei Unklarheiten, anhand der Produktspezifikationen geklärt.

Die Nachfrage nach regionalen Produkten nimmt laufend zu – auch, wenn es dafür keine einheitliche Definition gibt, was ein regionales Produkt überhaupt ist.“ Auch nicht schlauer geworden, wir warten gespannt auf die Antworten weiterer Supermarktketten.

Umfrage: Onlinekauf von regionalen Produkten – wie stark achten ÖsterreicherInnen auf die Produktherkunft

 

 

Aus aktuellem Anlass darf ich auf die aktuelle Oxfam Studie hinweisen, bei der die wachsende Ungleichheit zwischen den ärmsten und reichsten Menschen dargestellt und angeprangert wird. Es gibt dazu einige kontroverse Stimmen. Die einen empören sich ob einer solchen Ungerechtigkeit, wie zum Beispiel die Zeit online, die anderen halten den Inhalt für übertrieben, wie beispielsweise derStandard. An den Fakten, dass die Ungleichheit jedoch in absoluten Zahlen zunimmt, zweifelt jedoch kaum jemand. Nicht ohne Grund verweist auch der aktuelle Weltrisikobericht des Weltwirtschaftsforums auf die wachsende Ungleichheit und nennt sie eines der größten Risiken unserer heutigen Wirtschaft.

Aber was hat das jetzt mit lokalem Einkaufen zu tun? Das ist relativ einfach. Ungleichheit und die ungleiche Verteilung von Vermögen sind keine unumstößlichen Tatsachen. Es sind die Ergebnisse von wirtschaftlichen Prozessen, die eine Konzentration von Vermögenswerten bewirken. Jeder Euro, der jetzt Teil der Ungleichheit darstellt ist zu einem früheren Zeitpunkt durch die Hände von Konsumenten gegangen, die dafür gesorgt haben, dass durch ihre Kaufentscheidung die Konzentration der Vermögenswerte in immer kleineren Schichten möglich wird. Wenn wir uns auf unsere Macht als Konsument zurückbesinnen erkennen wir, dass wir es sind, die entscheiden welche Produkte wir kaufen und dadurch auch entscheiden wie der Markt funktioniert. Darum kaufen wir Produkte aus der Region.