„Wo hört ‚regional‘ für dich auf?“ fragte mich Michael gestern Abend. „Ich finde wir sollten bei uns zuhause anfangen und dann in einem weiteren Schritt Produkte aus umliegenden Orten, dem Bundesland, aus Österreich und alles was wir hier nicht bekommen, aus den Nachbarländern importieren. Je näher, desto besser. Die Regionalitätsspirale. Das Ziel ist es so weit wie möglich in das Innere der Spirale zu gelangen.“

Michael sieht das anders. „Für mich bedeutet regional einkaufen, Produkte aus Wirtschaftsräumen zu kaufen, für die dieselben Regeln gelten wie für unsere. Ich kaufe also bevorzugt Produkte aus Österreich, dann der EU.“ Die Grenzen der Regionalität lassen sich nicht so einfach ziehen. Für mich steht immer die Frage im Vordergrund, was möchte ich mit meinem Handeln bewirken. Möchte ich die Wirtschaft stärken? Arbeitsplätze schaffen? Möchte ich generell faire Arbeitsbedingungen möglich machen? Möchte ich qualitativ hochwertige Produkte, die nicht gesundheitsschädlich sind? Oder geht es dabei um biologische Erzeugung und die Auswirkungen auf die Umwelt? Wie sieht es mit der CO2 Bilanz meiner gekauften Produkte aus?

foto-brot-und-brotbackenWo fängt für euch ‚regional‘ an? Was ist für euch ein heimisches Produkt? Diskussionen dazu auf Facebook. 

In fast allen Supermärkten gibt es derzeit Kampagnen, die herkunftsbewusste Konsumenten ansprechen.  Wir haben die Frage nach der Definition des Begriffes ‚Regionalität‘ an die REWE International AG weitergeleitet, da diese in ihren Supermärkten mit besonderer Nachhaltigkeit und Kennzeichnung regionaler Produkte wirbt. Vor wenigen Tagen hatten Michael und ich entdeckt, dass alle österreichischen Produkte bei der Supermarktkette Billa mit A und A+A gekennzeichnet sind, je nachdem wie hoch der österreichische Anteil an der Wertschöpfung bei der Erzeugung des jeweiligen Produktes ist und wollten wissen, wie Billa dies denn messe und wie die Angaben zustande kommen. Hier die Antwort der REWE International AG:

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„Die Österreich Kennzeichnung wurde 2010 eingeführt. Hintergrund war jener, dass es (nach wie vor) keine allgemein anerkannte Definition von Regionalität gibt. Um dieses Segment besser entwickeln zu können, wurde die Definition entwickelt, die ganz klaren Kriterien folgt. Damit hatten wir eine objektive Basis für die weitere Entwicklung von öst./regionalen Produkten geschaffen. Das relevantere Kriterium dabei ist sicher die A+A Kennzeichnung. Damit schaffen wir Transparenz für österreichische Produkte. Die Grundlagen bilden der österreichische Lebensmittelkodex sowie der Lebensmittelkodex der REWE International AG. Die ausgezeichneten Produkte werden zu 100 Prozent im Inland be- und verarbeitet und beinhalten ausschließlich heimische Inhaltsstoffe (mit zwei Prozent Toleranzgrenze – zum Beispiel für Gewürze oder notwendige externe Zusatzstoffe).

Die Auskunft zu A+A und A bekommen wir vom Lieferanten. Die Angaben werden stichprobenartig auf Plausibilität überprüft und bei Unklarheiten, anhand der Produktspezifikationen geklärt.

Die Nachfrage nach regionalen Produkten nimmt laufend zu – auch, wenn es dafür keine einheitliche Definition gibt, was ein regionales Produkt überhaupt ist.“ Auch nicht schlauer geworden, wir warten gespannt auf die Antworten weiterer Supermarktketten.

Umfrage: Onlinekauf von regionalen Produkten – wie stark achten ÖsterreicherInnen auf die Produktherkunft

 

 

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