In der Werkstatt seines Vaters erlernte Peter Mürnseer das Handwerk des Instrumentenbauers von der Pieke auf bis zur Meisterprüfung. Er gehört als Zither- und Harfenbauer zu den Besten seines Standes. Peter Mürnseer ist Gründungsmitglied der Meistergilde Kitzbühel, die es sich 2009 zum Ziel gesetzt hat, als Netzwerk heimische Betriebe zu stärken. Wir haben mit ihm über die Entwicklung regionaler Betriebe in der Region Kitzbühel gesprochen und ihm die Idee zu KafDahoam vorgestellt.

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Warum ist die Firma Mürnseer ein typischer Tiroler Betrieb? Was zeichnet Peter Mürnseer Instrumentenbau aus?

Wir fertigen mit Harfe, Hackbrett und Zither urtypisch österreichische Instrumente und das schon seit 60 Jahren. Mürnseer ist der einzige Zitherbauer in Österreich. Massenproduktion ist in diesem Bereich unmöglich, es gibt nur eine Handvoll Experten auf diesem Gebiet in ganz Österreich. All unsere Instrumente werden nicht nur in Österreich hergestellt, wir verwenden auch, wo immer es geht österreichische Werkstoffe – unser Holz z.B. ist komplett aus Österreich. Alle Stoffe, die wir nicht aus Österreich zukaufen können, bekommen wir aus Deutschland.

Spürt ihr Druck aus dem Ausland? Kennen Sie andere Unternehmen, die dem Druck nachgeben mussten? 

Ja, einige Hersteller von Blechblasinstrumenten und Bösendorfer Klaviere wurden leider an ausländische Konzerne verkauft. Bösendorfer wurde als österreichischesTraditionsunternehmen von Yamaha aufgekauft. Dabei gab es die Firma schon seit dem 19. Jahrhundert. Es ist traurig, wenn wir solche Betriebe verlieren.

Habt ihr deshalb die Meistergilde gegründet? 

Wir haben uns eine Qualitätszerftifizierung auferlegt, das Qualitätsgütesiegel Tirol. Ich sehe einen Vorteil darin, dass wir uns austauschen und gemeinsam werben und voneinander lernen. Wir wollten, dass nicht der Baumeister von weiter her kommt sondern wirklich Kitzbüheler Betriebe gefördert werden. Wir wollten eine Meisterstraße Tirol schaffen und unser Konzept auf ganz Tirol ausweiten, um das Handwerk zu fördern. Im Prinzip verfolgen wir als Meistergilde damit das gleiche Ziel wie KafDahoam. Leider konnten wir unser tirolweites Netzwerk bis jetzt nicht umsetzen. Aber wir sind 18 Unternehmen, die durch das Netzwerk profitieren.

Achten Sie auch privat auf den Kauf von regionalen Produkte? 

Ich achte auf Regionalität und hatte schon Probleme damit, dass wir unsere Küche im Zillertal gekauft haben. Lebensmittel kaufen wir vom Bauern, unser Fahrrad bei Steinbach in Oberndorf, den Computer beim Computerhaus in St.Johann in Tirol. Da bleibt die Wertschöpfung im Bezirk. Für mich ist der Service sehr wichtig und einen Ansprechpartner zu haben und ich kaufe auch bei heimischen Betrieben, um Arbeitsplätze zu erhalten. Als Unternehmer brauche ich auch selbst ausreichend Arbeit für meine Mitarbeiter. Nicht nur für die nächsten drei, sondern für die nächsten 30 Jahre. Das hindert mich auch daran für manches mehr zu verlangen, weil wir eine gewissen Stückzahl produzieren und verkaufen müssen. Da hängen Familien dran.

Warum sollten Konsumenten von heimischen Unternehmen kaufen? Kafdahoam, weil…

Kafdahoam, weil dahoam für alle von uns dahoam bleiben sollte und solange wir Arbeit haben und uns unseren Lebensunterhalt verdienen können, wird es uns halbwegs gut gehen. Ich möchte die menschlichen Beziehungen nicht außer Acht lassen, aber ohne Wirtschaft, können wir leider nicht leben.

Man darf nicht müde werden, darauf aufmerksam zu machen – aber man muss auch dahinter stehen!

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