Unser Esstisch ist kein Gebrauchsgegenstand. Es ist der Ort, wo die Familie zusammenkommt und gemeinsam zu Abend isst. Wo an Feiertagen die Verwandschaft stundenlang über das politische Geschehen diskutiert, wo man lacht, grübelt und auch mal lauter wird. Wo man mit guten Freunden Karten spielt. Wo Kinder Höhlen bauen, herumklettern und ab und zu ein Nickerchen machen. Ein Esstisch ist genauso einzigartig wie eine Familie. Deshalb haben wir unseren Esstisch auch als Unikat von heimischen Handwerkern anfertigen lassen. Unser Esstisch ist ein Gemeinschaftswerk der Tischlerei Dünser und Bergschmiede aus Kitzbühel. Er entspricht genau unseren Vorstellungen und wir haben damit sogar noch Geld gespart.

tisch-duenser_beaUnser Esstisch mit Charakter von der Tischlerei Dünser in Kitzbühel und Bergschmiede gefertigt.

Im Bild links: Herr Dünser ist Tischler aus Berufung und glaubt an ein Umdenken in Bezug auf die Wertigkeit handwerklicher Berufe: „Es ist schade, dass immer mehr hochqualifizierte Handwerker andere Berufe ausüben. Lange Zeit wurden handwerkliche Berufe nicht richtig geschätzt. Heute findet man kaum noch gute Handwerker und somit werden Handwerkerstunden immer teurer. Aber es wird ein Umdenken geben und zwar, indem die Bevölkerung sensibilisiert wird und wieder vermehrt auf hochwertige Produkte achtet.“

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Und mit der Nachfrage werden auch Handwerkerstunden günstiger. Wobei unser Esstisch sich diesem Marktgesetz tatsächlich widersetzt. In unserem Fall war der handgefertigte Tisch nämlich weit günstiger als ein ähnliches Massenprodukt aus dem Möbelhaus, das uns gefallen hätte. Für weniger als den halben Preis entspricht der Tisch jetzt zu 100% unseren Erwartungen. Als wir ihn fertigen lassen haben, meinten viele Freunde, warum wir nicht einfach einen Standardtisch kaufen, das sei doch sonst viel zu teuer. Auch jetzt, nachdem wir unser Projekt kafdahoam.at seit ein paar Wochen immer wieder mit Bekannten und Familie besprechen, höre ich ständig kritische Argumente zum Preisniveau von heimischen Produkten: “Man muss sich das halt auch leisten können, die regionalen Produkte sind ja schon oft teurer.”

Kafdahoam-Umfrage zum regionalen Produktkauf

Wir konsumieren seit gut vier Wochen fast ausschließlich in Österreich hergestellte Produkte. Unsere Ausgaben für Lebensmittel lagen zuvor bei rund 120 Euro wöchentlich. Nach vier Wochen regionaler Produkteinkauf liegen diese keinen Cent höher. Lediglich unsere Ernährungsgewohnheiten haben wir etwas umgestellt. So kommen im Moment mehr Karotten, Kürbis und Kohlarten auf unseren Tisch, weil es sich dabei eben um österreichisches Wintergemüse handelt. Wir genießen diese allerdings umso mehr, in dem Wissen, dass wir damit die österreichische Wirtschaft fördern und Produkte aus der Region essen.

Hier findet ihr einen Saisonkalender für Obst und Gemüse

Was Wintergemüse und unser Esstisch gemeinsam haben? Vielleicht macht es durchaus Sinn manchmal seine Gewohnheiten zu überdenken und beim Handwerker um die Ecke ein Zusatzangebot einzuholen, bevor man im Möbelhaus ein Standardprodukt kauft.

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