Ein Kleinkind rennt mich beinahe über den Haufen, dicht gefolgt von seiner mit Weihnachtsgeschenken beladenen Mutter. Ein Mann fragt an der Kasse nach Rabatt. Die Verkäuferin muss erst den Chef holen. Gut 15 weitere schwer bepackte Kunden stimmen zeitgleich einen Beschwerdegesang ein, in dem es hauptsächlich darum geht, dass man doch noch eine zweite Kasse öffnen könnte. Friedlicher Weihnachtsgesang wäre schöner, denke ich mir. Ein bisschen zu hören ist er ja noch, aus dem Lautsprecher – ganz leise. Das ist wie jedes Jahr die besinnliche Vorweihnachtszeit. In letzter Minute müssen noch Geschenke besorgt werden. Ich gebe zu, einkaufen in den Tagen vor Weihnachten ist meist alles andere als weihnachtlich.

Trotzdem stürze ich mich auch in diesem Jahr mitten in den Weihnachtsgeschenke-Marathon. Mehrmals habe ich mich in den letzten Wochen dabei ertappt, wie ich rasch zum Telefon greifen und die Geschenke auf diversen Plattformen bestellen wollte. KafDahoam ist aber nicht nur ein Name, es ist eine Grundsatzeinstellung. Ich hoffe, dass viele von euch dieser Einstellung folgen und auch in diesem Jahr Geschenke im lokalen Einzelhandel anstatt über gesichtslose Großplattformen kaufen. Ihr unterstützt damit nicht nur das regionale Handwerk, österreichische Firmen und Geschäfte, sondern auch die Kommunikation.

Klassiker: Mira Lobe-Vorlesebuch

Bei einem vertiefenden Gespräch mit der Buchverkäuferin habe ich gestern dieses Schmuckstück von Mira Lobe entdeckt, das mich sehr an meine Kindheit erinnert hat und am 24. unter unserem Christbaum liegen wird.

Amazon hat mir noch nie Geschichten über seine Enkelkinder erzählt. Amazon hat mir außerdem noch nie Weihnachtskekse zu meinem Einkauf angeboten. Ein „Frohe Weihnachten und viel Freude damit“ aus dem Mund einer älteren Dame, die ihren Beruf noch als Berufung sieht, ist zudem viel mehr wert als eine anonyme Bestellbestätigung.

Da lob ich mir, Mira Lobe!

 

 

Hier findet ihr noch die Ergebnisse meiner Studie zum regionalen Einkauf bei Online-Käufen:

Österreicher wollen online mehr regionale Produkte