Wusstet ihr, dass Matador Spielzeug seit über 100 Jahren zu 100 Prozent aus Österreich stammt?
Wusstet ihr, dass Matador 10 Jahre lang vom Markt verschwunden war?
Wusstet ihr, dass Matador-Produkte aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht in China produziert werden könnten?

Matador-Holzbaukasten

Matador-Holzbaukasten

Wir haben mit dem österreichischen Traditionsunternehmen Matador gesprochen und gefragt, wie man in Zeiten des Preisdrucks aus Billigproduktionsstätten seinem Anspruch „Made in Austria“ gerecht werden kann.

„Wir spüren, dass „Made in EU“ oder „Made in Austria“ dem Konsumenten immer wichtiger wird“, freut sich Frau Tobias von Matador über deutliche Entwicklungen im Konsumentenverhalten. „Matador stammt aus nachhaltiger Waldwirtschaft – schafft österreichische Arbeitsplätze – wir verwenden keine giftigen oder gesundheitsschädlichen Stoffe – unser Werk ist der Öffentlichkeit zugänglich, es werden Führungen angeboten – Generationenüberdauernde Produkte – gleichbleibende Qualität durch Eigenfertigung – das ist unser Verständnis von Nachhaltigkeit.

Wie reagiert Matador auf die Entwicklungen des Marktes? Spüren Sie Druck aus dem Ausland?

Matador war früher „Das Spielzeug“, es gab kaum Mitbewerber und auch die Interessen der Kinder und Eltern waren andere. Durch die Globalisierung und Computerisierung musste sich natürlich auch Matador verändern und mit der Zeit gehen. Diesen Schritt haben wir gut gemeistert, das zeigen auch unsere steigenden Umsätze. Auch das global wachsende Umweltbewusstsein, der vermehrte Sinn für praktisches Lernen, der Trend zur Nachhaltigkeit und zum bewussten Kaufen hält weiter an und wird sich noch weiter intensivieren. Matador ist in Österreich nicht wegzudenken.

matador nikiAußerdem haben wir vor zwei Jahren unsere neue Serie Babyarchitect für Kinder ab 18 Monaten auf den Markt gebracht. Diese Bauteile mit dem einzigartigen Pin/Loch System erlauben mit den losen Verbindungen bereits den Kleinsten ein Bauen in 3D. Auch diese Serie soll weiter ausgebaut werden. Wir stehen ideologisch und wirtschaftlich kompromisslos zur Natürlichkeit unseres Produktes.

links: Jeder hat seine eigenen Kindheits-Erinnerungen an Matador-Kunstwerke. Niki und ich spielen täglich mit Matador Babyarchitect

Wie reagieren Sie auf den Mitbewerb aus Billigproduktionsstätten?  

Unsere Bauteile müssen auf den Hundertstelmillimeter genau gefertigt werden, dafür haben wir speziell angefertigte Maschinen. Außerdem ist Holz ein lebender Werkstoff, welcher auf Temparatur und Luftfeuchte reagiert. Diverse Konstruktionskästen am Markt bieten bei Weitem nicht die Vorteile und Baumöglichkeiten wie Matador. Matador kann praktisch von niemand anderen produziert werden. So könnte Matador (oder ein Konkurrenz-Produkt) beispielsweise niemals in China produziert werden, da die klimatischen Bedingungen dies unmöglich machen.

Worauf sollten Konsumenten beim Kauf von Spielzeug achten?

PEFC führt jährlich sehr genaue Prüfungen durch, darauf sollte der Konsument auf jeden Fall achten. Manche Labels und Prüfzeichen sind jedoch fragwürdig. Ich empfehle dem Konsumenten sich über das Unternehmen zu informieren und nicht blind auf Labels und Prüfzeichen zu vertrauen. Wie in allen Bereichen gilt auch hier die eigene Selbstverantwortung wahr zu nehmen.

Wir unterstützen den regionalen Produktkauf – auf Facebook unter www.facebook.com/kafdahaom

Denken Sie, dass Konsumenten heute stärker oder schwächer nachvollziehen können, woher Produkte stammen?

Grundsätzlich bin ich natürlich für Gütesiegel, viele davon sind gut und sie dienen als Orientierungshilfe. Die diversen Bio- und Öko- Gütesiegel werden immer besser und es ist kaum möglich für „schwarze Schafe“ sich „durchzuschummeln“. Im Allgemeinen kann man darauf vertrauen, dass das Versprochene auch gehalten wird. Skeptisch bin ich bei den diversen „best of Spielzeug“ Siegeln. Die „made in …“ Angaben sind oft sehr irreführend und die Regelung ab wann ein Produkt beispielsweise mit „made in Austria“ gekennzeichnet sein darf, sind mehr als lasch. Natürlich kann man sich bei den Unternehmen direkt informieren, in der Realität bedeutet das jedoch für den Einzelnen einen riesigen Aufwand!

Hier erfahrt ihr mehr über die Geschichte von Matador
Als er seinen drei Buben zu Weihnachten im Jahre 1899 einen Holzbaukasten schenkte, dachte der Eisenbahn-Ingenieur Johann Korbuly nicht daran, dass er damit einmal weltbekannt werden könnte. Erst 1901 lies er sich seine Holzbaukästen aus Österreich patentieren und zwei Jahre später wurde in einer kleinen Werkstatt im 4. Wiener Bezirk die erste Matador-Serie hergestellt. Matador beschäftigt heute im Vertrieb 5 feste Mitarbeiter, und weitere freie Mitarbeiter im Verkauf. In der Produktion sind weitere 6-10 Mitarbeiter (je nach Jahreszeit und Produktionsstand) angestellt.

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Weitere Informationen zur Geschichte des österreichischen Urgesteins Matador findet ihr hier >> Geschichte Matador

Noch ein interessanter Fakt: Zum Ende des 2. Weltkriegs brannte die Matador-Fabrik ab, wurde aber bald wieder aufgebaut. Schließlich wurde 1978 Matador an Kurt Falk verkauft. Er erstellte ein neues Konzept für Matador, so setzte er vermehrt Kunststoffteile anstatt Holzteile ein, produzierte Objektkästen anstatt Aufbaukästen und führte eine große Anzahl an objektgebundener Sonderteile ein. All diese Maßnahmen taten jedoch dem Charakter von Matador nicht gut. So wurde die Produktion 1987 stillgelegt. Erst im November 1996 entschloss sich Falk, die Marke und später auch die Maschinen an Ing. Mag. Michael Tobias zu verkaufen. Ganz neu in dieser Branche versuchte die Familie Tobias nun das ursprüngliche, lang bewährte (Ergänzungs)- Baukastensystem wieder zu entwickeln, mit Erfolg. Matador entwickelt sich seither positiv.

links: Matador-Werbeblatt der 20er Jahre: Interessantes und Amüsantes zu Matador findet ihr hier >> Matador-Website

 

Kennt ihr Matador aus eurer Kindheit oder Jugend? Wir freuen uns über eure Erfahrungen mit Matador-Spielzeug.